Klettergurte
Baumklettergurte sind Sitz-, Halte- und Positionierungsgurte welche anders wie beim Sportklettern im Fels nicht nur im Falle eines Absturzes zum Tragen kommen, sondern auch den Kletterer in die Arbeitsposition bringen und dort halten. Daher sind diese Gurte um einiges komfortabler und robuster gebaut als Sportklettergurte welche in der heutigen Zeit ja fast schon als Stringtanga durchgehen.
Da wir im Baum auch immer am straffen Seil klettern (SKT A Kurs lässt grüßen) müssen die Anschlagpunkte am Gurt so variabel sein dass wir jede Stelle im Baum in einer einigermaßen ergonomischen Haltung erreichen und so arbeiten können. Man muss aber klar sagen dass sich gerade Anfänger mit einer zu großen Beweglichkeit des Gurtes oft schwer tun, da hier auch sehr gewagte Haltungen möglich sind welche eine sehr gute Körperbeherrschung erfordern.
Um Drehbewegungen um die eigene vertikale Körperachse zu ermöglichen sind nahezu alle Baumklettergurte mit einem sog. „Sliding D“ ausgetattet. Dies ist ein links und rechts am Gurt befestigtes Band welches sich vor dem Beckengurtverschluss befindet. Auf diesem Band läuft ein Ring welcher sich frei bewegen kann; dies ist der zentrale Anschlagpunkt für das Kletterseil. Steht man nun auf einem Ast am straffen Seil schaut man natürlicherweise in Richtung Baumstamm. Man will ja aber nicht auf dem Stück Ast stehen welches man evtl. absägen will (Nicht lachen, aber auch so was gibt es). Hier ermöglicht es das Sliding D den Körper in Richtung des äußeren Astbereichs zu drehen und trotzdem noch sicher am straffen Seil auf dem Ast zu stehen.
Ein typischer Klettergurt hat drei bzw. fünf Anschlagpunkte (Hierzu später mehr). Hinzu kommen je nach Modell mehr oder weniger Materialschlaufen für Karabiner, Kurzsicherung, Säge oder den Flachmann (natürlich gefüllt mit Wasser; Alkohol ist im Baum tabu). Wichtig ist es, dass man diese unterschiedlichen Schlaufen blind und intuitiv unterscheiden kann. Materialschlaufen halten je nach Modell gerade mal 100kg aus; hängt man sich aus Versehen in eine solche ein und fällt ein Stück wird diese reißen und es geht nach…Nein das wollen wir ja nicht. Also beim Gurtkauf darauf achten, dass man gerade die seitlichen Halteösen gut erreicht und die Materialschlaufen weit genug weg sind. Manche Gurte haben auch eine farbliche Kennzeichnung der zugelassenen PSA Anschlagpunkte.
Warum haben manche Gurte fünf Anschlagpunkte? Die seitlichen Anschlagpunkte sind für die Kurzsicherung gedacht. Die oberen beiden (also die welche jeder Baumklettergurt hat) verteilen die Last horizontal auf den Beckengurt, d. h. ziehen diesen gegen den Rücken. Das ist angenehm wenn die Kurzsicherung auch horizontal oder einem flachen Winkel verläuft. Verläuft die Kurzsicherung jedoch mehr vertikal zieht es den Gurt unangenehm nach oben. Hierzu gibt es bei manchen Gurten zwei weitere Anschlagpunkte an den beiden Enden des Sliding D Bandes. Hier wird dann die Last wie beim zentralen Anschlagpunkt gleichmäßig auf Beckengurt und Beinschlaufen verteilt. Die bekanntesten Vertreter mit fünf Anschlagpunkten sind:
TreeMOTION
Kolibri Multislide
Das wichtigste beim Klettergurt ist Einstellungssache: Für einen neuen Gurt sollte man sich schon mal eine Stunde Zeit nehmen um alle Riemen und Bändchen in die richtige Länge zu bringen. Meist wird hier nur am Beckenumfang und den Beinschlaufen herumgestellt. Das ist natürlich auch wichtig geht aber ziemlich einfach. Den Beckengurt stellt man halt einfach auf die Größe seines nicht vorhandenen Bauches (darum klettern wir ja) ein und zwar so, dass man auch im Sitzen noch gut atmen kann. Bei den Beinschlaufen gilt die Regel, dass im Stehen noch eine Hand dazwischen passen sollte. Wichtig ist aber auch der Abstand der Beinschlaufen zum Beckengurt. Wo die Beinschlaufen im Stehen hängen ist ziemlich egal. Entscheidend ist, dass die Beinschlaufen von alleine in eine angenehme Position kommen wenn man sich in den Gurt setzt. Es schaut ziemlich doof aus, wenn man beim Klettern dauernd zwischen seinen Beinen an den Schlaufen rumfummelt. So wird der „Heldenstatus“ des Baumkletterers ganz schnell getrübt.
Gerne bieten wir auch die Möglichkeit an unsere Gurte für 8,92€ inkl. MWST pro Gurt unverbindlich 10 Tage lang zu testen. Natürlich muss der Gurt im Neuzustand zu uns zurückkommen. Also nicht im Baum damit rumklettern, sondern einfach nur reinsetzen und probieren ob der Gurt bequem ist.
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